Andreas Pflüger: Wie Sterben geht
Andreas Pflüger hat mit seinem neuen Thriller "Wie Sterben geht" das Kunststück vollbracht, echte Action aufs Papier zu bringen. Und was für welche!
Pullach, im Kalten Krieg: Nina Winter, die nach kurzer Zeit als Referentin beim Auswärtigen Amt beim Bundesnachrichtendienst anheuerte, ist Analystin beim Auslandsgeheimdienst. Also eher Miss Moneypenny als Jane Bond. Als Analystin wertet sie die Spionageinformationen der Agenten im Feld aus. Doch das ändert sich eines Tages, als nämlich der Pilger genannte Top-BND-Spion in Moskau die weitere Zusammenarbeit von Nina Winter abhängig macht.
Nach kurzem Training geht sie schließlich als Verbindungsführerin für Pilger nach Moskau. Ahnt zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, dass der KGB von der Sache Wind bekommt und ihr auf den Fersen ist. Und dass sie beim KGB einen Gegenspieler hat, der schnell zu einem Todfeind wird. Um zu überleben, muss sie ihr Vorgehen fortlaufend anpassen und wird schließlich zur Frau mit den sieben Namen, die sich mit dem Tod anlegt.
Mit diesem Spionageroman ist Andreas Plfüger auf Augenhöhe mit den ganz Großen des Genres: Ian Fleming und John le Carré. Mit seiner schnellen Ezrählweise hat mich Pflüger ganz und gar gefangen genommen und ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Man liest tatsächlich ganz atemlos von Nina Winter und ihrer Operation und Moskau. Durch den klugen Einsatz von Zeitsprüngen (der Thriller beginnt mit dem Austausch von Gefangenen auf der Glienicker Brücke, die noch auf den ersten Seiten in die Luft fliegt) ist man völlig angefixt.
Dabei ist der Thriller auf keiner einzigen Seite platt oder vorhersehbar, sondern überrascht mit vielen Wendungen – und bietet gerade zum Abschluss nochmal echte Schockmomente, die die Handlung im Rückblick völlig verändern. Wirklich eine absolut herausragender Thriller und ich hoffe sehr auf mehr Bücher mit Nina Winter!
Philipp Schneider