Philippe Collin: Der Barmann des Ritz

Frank Meier war Barkeeper im legendären RITZ, auch während der deutschen Besatzung in Frankreich. Philippe Collin lässt ihn in diesem Buch auferstehen – und mit ihm die Schrecken und Ängste dieser Zeit, aber auch die kleinen Hoffnungsmomente.

 

In der legendären Bar gehen Nazis ebenso ein und aus wie Künstler und Literaten. Meier bedient sie alle. Er mixt Cocktails. zaubert Longdrinks und berät seine Gäste, zu denen Ernest Hemingway ebenso zählt wie Coco Chanel, darüber, wie man sie am besten trinkt. Die Himbeere am Fuße des Glases braucht beispielsweise ihre Zeit, um zur Vollendung zu kommen. Und die Eiswürfel im Gin Tonic müssen eine ganz bestimmte Temperatur haben. Oder doch nicht? Meier schafft es jedenfalls, seinen Kunden unbeschwerte Stunden in schweren Zeiten zu machen. Dabei klopft ihm das Herz bis zum Hals, wenn er die Generäle um Hermann Göring bedienen muss. Denn Meier hat ein Geheimnis: Er ist Jude. Wenn er aufflöge, würde das seinen sicheren Tod bedeuten, darum muss er sich permanent verstellen. Seine Gäste schätzen ihn als bedachten und klugen Gesprächspartner, doch für ihn bedeutet jede Unterhaltung maximale Anspannung, da er sich nicht verraten darf. Und er bekommt hinter seinem Tresen mehr mit, als ihm lieb ist, ist ahnungsloser Zaungast bedrohlicher Gespräche aber auch Mittler für Kollaborateure um Carl-Heinrich von Stülpnagel, die Hitler stürzen wollen. Und dann ist da noch die geheimnisvolle Blanche, die Frank in seinen Träumen verfolgt, aber doch unerreichbar für ihn bleibt ...

 

Für Freunde von Romanen, die sich um historische Tatsachen drehen, ist dieses Buch genau das Richtige. Mit Spannung und beklommenem Herzen verfolgen wir die Handlung und erleben durch Meiers fiktive Tagebucheinträge, wie eingesperrt und gelähmt er sich gefühlt haben muss. Wunderbar übersetzt von Amelie Thoma.

 

Julia Kortenjann


Bibliographie
Tipp
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Der Barmann des Ritz
Philippe Collin
Der Barmann des Ritz
Roman - Zwischen Liebe, Angst und Widerstand - Ein jüdischer Barmann serviert Nazigrößen Cocktails im Luxushotel
EAN: 978-3-458-64512-2
Es ist ein Vergnügen, dieses Buch zu lesen!' Ulrich Wickert Paris, 1940. In der Bar des legendären Hotel Ritz scheint warmes Licht auf die polierte Messingtheke, während Nazis, Kollaborateure und Mitglieder der französischen Elite ihre Cocktails schlürfen - weit entfernt vom Lärm des Krieges. Frank Meier, der berühmte Barmann des Ritz, serviert sie mit routinierter Eleganz. Doch hinter seinem höflichen Lächeln verbirgt sich die Angst. Jeder Drink, den er mixt, könnte sein letzter sein. Denn er hat ein Geheimnis, das ihn das Leben kosten könnte: Er ist Jude. Hinter seiner Theke hört Frank mehr, als gut für ihn ist. Zwischen perlendem Champagner, prickelnden Cocktails und geflüsterten Absprachen schnappt er Informationen auf - von Verrat, Résistance und den skrupellosen Plänen der Besatzer. Jeder Abend in der Bar wird gefährlicher, jede falsche Bewegung könnte ihn entlarven. Zuschauen oder handeln? Seine Entscheidung wird nicht nur über sein Schicksal bestimmen, sondern auch über das von Luciano, seinem jungen Lehrling, und Blanche, der Frau, die er liebt. Basierend auf der echten Figur des Frank Meier, entführt Der Barmann des Ritz in eine Welt voller Täuschung, Loyalität und Mut - ein fesselnder Roman über den schmalen Grat zwischen Überleben und Widerstand.

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