Gráinne O'Hare: Weird Girls
Róise, Maggie und Harley sind schon immer beste Freundinnen. Sie gehen auf die 30 zu, leben zusammen in einem leicht baufälligen und chaotischen Haus in Belfast. Vermieter Frankie versorgt sie ab und an mit Koks und ist auch sonst ein lieber Kerl, kümmert sich um den Schimmel in der Dusche aber mehr schlecht als recht. Irgendwie fühlt es sich nicht mehr richtig an, dieses Leben. Vor allem, seitdem die vierte im Bunde nicht mehr da ist, Lydia. Sie ist vor einem Jahr durch einen Autounfall ums Leben gekommen. Ihr Zimmer ist noch immer unberührt. Sie fehlt. Zum Verlust und der Trauer gesellt sich bei allen dreien das Gefühl, endlich erwachsen werden zu müssen. Und das Haus vielleicht zu verlassen. Aber was erwartet sie, wenn sie diese Entscheidung treffen? Und was kann die dann entstehende Lücke von durchmachten Nächten, unterschiedlichsten Liebschaften und der vermeintlichen Freiheit der Jugend ersetzen? Diese Fragen stellen sich die drei WEIRD GIRLS dieses wunderbaren Romans, der mich öfter laut hat auflachen lassen. Die unkonventionellen Gedanken der drei und die schlagfertigen Dialoge machen das Buch zu einem großen Vergnügen, rutschen aber nie ins Alberne, sondern zeigen vielmehr, was Frauenfreundschaften ausmacht: die tiefen Bande und die Gewissheit, zu jeder Tages- und Nachtzeit stören zu dürfen bzw. gestört werden zu können, um zu trösten/getröstet zu werden, um in Lebenskrisen zu beraten - oder einfach zusammen das Leben zu feiern!
Irgendwie kommen aus Irland nur gute Bücher, stelle ich fest, wenn ich meine Highlights der letzten Jahre betrachte, die Romane von Claire Keegan, Niall Williams, Sebastian Barry ….
Gráinne O’Hare gehört jetzt dazu. Einfach toll!
Julia Kortenjann