Liz Moore: Der andere Arthur
Arthur Opp, 58, lebt in einem wunderschönen Haus in Brooklyn, das er seit vielen Jahren kaum verlassen hat. Arthur hatte mal ein reges gesellschaftliches Leben, er war Dozent an der Uni – und hatte in Charlene Turner eine ganz besondere Freundin. Seit vielen Jahren hat er sie nicht mehr gesehen. Wie sollte er auch, wenn er das Haus nicht verlässt? Arthur hat sich eingerichtet in seinem einsamen Leben, hat nur Kontakt mit den vielen Lieferdiensten, die ihm vor allem Essen ins Haus bringen, ist mit den Jahren immer dicker geworden und hat immer mehr Mühe, Bewegung in sein Leben zu bringen. Dann flattert eines Tages ein Brief von Charlene ins Haus. Nicht nur dadurch nimmt Arthurs Leben endlich eine Wendung.
Und nicht nur er braucht jemanden, der ihn anstupst, sich etwas zu wagen und in die Gänge zu kommen: Kel Keller, 18, kann nicht mithalten mit den reichen Kids seiner Schule und weiß außerdem nicht, ob er sich fürs College entscheiden oder seinem Traum einer Baseballkarriere folgen soll. Seine Mutter Charlene ist ihm keine Hilfe, sondern viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt …
Nach dem spannenden Krimi "Der Gott des Waldes" hat Liz Moore mich mit ihrem neuen Roman überrascht, weil er so ganz anders ist, eher leise Töne anschlägt und uns zwei Außenseiter nahebringt, die man schon nach wenigen Seiten ins Herz schlägt. Nach der Lektüre geht man mit anderem Blick durch den Tag. Ein wirklich schönes Buch!
Julia Kortenjann