Liz Nugent: Die Wahrheit über Ruby Cooper

Die 16-jährige Ruby Cooper lebt mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester Erin in Boston, Massachussetts. Sie sind eine glückliche Familie, haben ein finanziell abgesichertes Leben, gehen in der Kirchengemeinde auf, deren Pastor Rubys Vater ist. Schwester Erin hat in Milo einen wunderbaren Freund. Ruby ist eifersüchtig auf dieses Glück und generell auf Erin, der alles zu gelingen scheint und die dazu in ihren Augen auch noch hübscher ist als Ruby. Dann passiert das Unvorstellbare: Milo, von allen geschätzt und schon ein Teil der Familie, vergewaltigt Ruby, als die beiden einmal allein zuhause sind. Rubys Eltern und Erin sind fassungslos. Milo, der seine Unschuld beteuert, kommt für 13 Jahre ins Gefängnis.

Dieser Vorfall lässt Rubys Familie zerbrechen. Sie zieht mit ihrer Mutter zurück in deren Heimat Irland, Erin und der Vater bleiben in Amerika. Die Ehe der Eltern scheitert. Ruby kehrt nie nach Amerika zurück, sondern versucht, sich fernab der alten Heimat ein neues Leben aufzubauen. Sie verliebt sich und bekommt eine Tochter, Lucy. Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los, sie ist jeden Tag präsent in ihrem Leben und dem ihrer Familie. Und dann kommt der Tag, an dem alle Gewissheiten ins Wanken geraten …

Liz Nugent ist bekannt für ihre psychologisch raffinierten und abgründigen Thriller. Ihr neuester Coup hat mich vom ersten Moment an gepackt. Und mir beim Lesen neben zeitweiligem Frösteln und Schaudern das behagliche Gefühl beschert, in einem viel weniger spannenden, dafür aber schönen und wahrhaftigen Leben zuhause zu sein :-) Unbedingt lesen!

Julia Kortenjann