Victor Lodato: Honey
Honey Fasinga ist 82 Jahre alt, als sie von ihrer Wahlheimat Los Angeles zurück in ihre Heimat New Jersey kehrt. Hier ist sie als Tochter des „großen Pietro“ aufgewachsen, in einer italienisch-amerikanischen Mafia-Familie, die sich mittlerweile auf Müllentsorgung spezialisiert hat. Honey wollte lange nichts mehr mit ihrer Sippschaft zu tun haben. Doch sie hat noch offene Fragen, die vor dem Lebensende geklärt werden wollen. Als ihr Großneffe Michael bei ihr auftaucht und Geld von ihr will, schätzt Honey die Situation falsch ein - mit weitreichenden Folgen. Michael taucht ab. Und Honey begibt sich auf die Suche nach ihm. Kurze Zeit später stirbt ihr Liebhaber Dominic. Dann taucht mit Jocelyn, ihrer jungen Nachbarin, ein Mensch in Honeys Leben auf, den sie beschützen will. Und mit Nathan, einem jungen Maler, ein weiterer, der für sie, die als Kunstexpertin für renommierte Auktionshäuser gearbeitet hat, nicht nur als Kunstkenner zu einem wichtigen Gesprächspartner und Freund wird. Honeys Leben wird noch einmal komplett durcheinandergewirbelt. Und wir dürfen dabei sein!
Ich habe Honey geliebt – für ihre Coolness und gleichzeitig Verletzlichkeit, für ihr weites Herz, ihre Wut und Zärtlichkeit, für ihre Fähigkeit, sich auf andere Menschen einzulassen und dem Leben im hohen Alter zu erlauben, sie noch einmal ganz neu zu überraschen. Als ich mich auf den letzten Seiten von ihr verabschieden musste, habe ich jede Seite ausgekostet. Honey wird mich noch lange begleiten.
Julia Kortenjann