Clara Arnaud: Im Tal der Bärin
Mit "Im Tal der Bärin" hat Clara Arnaud einen gleichermaßen spannenden wie informativen Bergroman geschrieben. Darin begleiten wir Jules, einen jungen Franzosen, der Ende des 19. Jahrhunderts in einem Dorf in den Pyrenäen lebt und davon träumt, mit einem Tanzbären Karriere zu machen. Gleichzeitig verfolgen wir im Heute die Lebenswege von Gaspard, einem Schäfer, der im gleichen Tal im Sommer seine Herde auf die Hochalm treibt, und Alma, einer Wissenschaftlerin, die vor Ort das Verhalten einer Bärin untersucht - was nicht alle im Dorf gern sehen, vor allem nicht, nachdem die Bärin vereinzelt Schafe gerissen hat. Alma steht mächtig unter Druck. Zusätzlich zu ihrem beruflichen Stress muss sie die Trennung von Sam verkraften, einem Kollegen, mit dem sie ihr Engagement für ein Miteinander von Mensch und Tier teilen konnte. In stimmungsvollen und eindringlichen Bildern schildert Arnaud eine Welt, die es so vielleicht bald nicht mehr gibt: Die Erderwärmung macht auch vor dem Tal nicht halt, Tiere und Menschen haben mit einer Hitzewelle zu kämpfen, die uns die Auswirkungen des Klimawandels beklommen spüren lässt. Ein einzigartiges Buch, das wach rüttelt und nachdenklich macht und uns die Zerbrechlichkeit unserer Welt vor Augen führt. Und die Schönheit der Natur, die wir beschützen und bewahren müssen.
Julia Kortenjann