Ferdia Lennon: Glorreiche Taten

Syrakus im 5. Jahrhundert v.Chr.: Die Athener haben ihren Krieg gegen Syrakus verloren. Die überlebenden Athener werden in Syrakus in stillgelegte Steinbrüche gesperrt und warten dort. Auf was, wissen weder sie selbst noch die Syrakusaner. Bis zwei arbeitslose Töpfer und große Fans des Theaterautors Euripides eine zündende Idee haben: Die Gelegenheit ist einmalig, lass uns gemeinsam mit den Athenern „Medea“ von Euripides aufführen.

Aus dieser irrwitzigen Idee macht Ferdia Lennon einen herrlich verrückten und unterhaltsamen Roman. Die beiden Töpfer, Gelon und Lampo mit Namen, ziehen los zur besten Kostüm- und Bühnenbildnerin der Stadt, die Opulentes für die Aufführung herstellen soll. Das Problem: Die beiden sind arbeitslos und ohne Moos nix los, das galt schon in der Antike. Die beiden suchen also nach einem Mäzen, der bereit ist, ein paar Goldstücke springen zu lassen. Schließlich wollen die beiden Regisseure to be hin und wieder natürlich gerne auch mal einen oder zwei Schläuche Wein trinken gehen. Gut, dass sie schnell einen Mäzen finden. Der Aufführung steht also (fast) nichts mehr im Wege.

„Glorreiche Taten“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt und wahnsinnig gut unterhalten. Besonders begeistert haben mich die Figuren, die alle einen kleinen Ratscher haben und so wunderbar exzentrisch sind, das macht einfach eine Riesenfreude ihnen zu folgen. Es ist aber auch ein kluger Roman über den Mut, Dinge in Angriff zu nehmen, die das eigene Können überschreiten.

Lesen Sie diesen Roman! Er wird Ihnen nicht nur gute Laune machen, sondern Sie auch tief berühren mit zutiefst menschlichen Szenen und versöhnlichen Gesten. Ein echtes Herzensbuch!

Philipp Schneider 


Bibliographie