Rasha Khayat: Ich komme nicht zurück
Eine Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet der 90er Jahre. Hier lebt Hanna bei ihren Großeltern. Ihre Mutter ist bei einem Autounfall vor vielen Jahren ums Leben gekommen, ihren Vater kennt sie nicht. Hannas Großmutter Felizia, die nach Kölnisch Wasser duftet und immer eine Kittelschürze trägt, ist für Hanna wie ein Fels in der Brandung. Und dann ist da noch Cem, den Hanna schon immer kennt, mit ihm verbringt sie ihre Nachmittage und erkundet die Siedlung - und wird mit ihm neugierig auf ein neu zugezogenes Mädchen: Zeyna. Die ist mit ihrem Vater Nabil aus Beirut geflohen, ihre Mutter hat sie durch eine Bombe verloren. Die drei werden eine eingeschworene Gemeinschaft und beste Freunde. Nur manchmal wird Zeyna zur Rivalin für Hanna, zur Rivalin um die Gunst und Liebe der Großmutter. Als am 11. September 2001 die Türme des World Trade Center einstürzen, wissen Zeyna und Cem sofort, dass ihre Welt nie wieder die sein wird wie vorher. Hanna will das nicht glauben. Doch nicht nur dieses Ereignis verändert ihre Freundschaft für immer, wie ein feiner Riss, den niemand aufhalten kann. Jahre später, als erwachsene Frau, erinnert sich Hanna. Und sie versucht, Kontakt zu Zeyna aufzunehmen, die vor langer Zeit alle Verbindungen gekappt hat.
Rasha Khayat erzählt von einer ganz besonderen Freundschaft, die für die Beteiligten wie eine Familie ist. Sie lässt das Leben in einer Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet vor der Jahrtausendwende lebendig werden und zeigt auf schmerzliche und schöne Art, was wir füreinander sein können, in guten und in schlechten Zeiten.
Julia Kortenjann