Melanie Levensohn: Der Morgen nach dem Regen

Johanna und Elsa sind Mutter und Tochter und haben sich schon lange nichts mehr zu sagen: Johanna hat Elsa in deren Kindheit tief enttäuscht, weil sie mehr in der Welt unterwegs war als bei Mann und Kind in ihrem New Yorker Zuhause Zeit zu verbringen. Ihr Job bei den Vereinten Nationen hat sie in die Kriegs- und Krisengebiete dieser Welt geführt, oft war sie wochenlang weg und plante nach ihrer Rückkehr bereits den nächsten Einsatz. Elsa ist als Strafverteidigerin mittlerweile selbst beruflich erfolgreich: Am internationalen Strafgericht in Den Haag steht der Prozess gegen einen Kriegsverbrecher unmittelbar bevor. Doch dann macht ihr die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung - Diagnose Bornout. Im Haus ihrer Tante Toni im schweizerischen St. Goar möchte Elsa nun ihr Leben neu ordnen, auch wenn ihre Mutter gerade dabei ist, das geerbte Haus zu renovieren. Endlich haben die beiden Zeit und tief sitzende Verletzungen (und Geheimnisse) kommen ans Licht - und mit ihnen die Chance auf einen Neubeginn.

Ein wunderbarer Schmöker für ein gemütliches Wochenende mit interessanten Frauenfiguren!

Julia Kortenjann


Bibliographie