Niall Williams: Das ist Glück

Dies ist ein Buch, in dem vermeintlich nur wenig passiert. Wenn man es beendet hat, überkommt einen allerdings das Gefühl, der Autor habe einem eine ganze Welt geschenkt. Eine Welt, die es so schon lange nicht mehr gibt. Wir befinden uns in Faha, einem kleinen Dorf im Südwesten Irlands. Hier leben die Großeltern von Noel, Ganga und Doady. Es ist das Jahr 1958, kurz vor Ostern. Noel ist 18 Jahre alt, er hat das Priesterseminar verlassen, und ist bei seinen Großeltern auf der Suche nach neuer Orientierung. Mit ihm ist auch Christy eingezogen, ein älterer Mann, der Teil einer Arbeitstruppe ist, die Elektrizität in das verschlafene Dorf bringen soll. Doch Christy hat noch einen viel wichtigeren Grund, zurückzukehren an diesen Ort, der ihm nicht unvertraut ist. Ihn und Noel in diesem Frühjahr zu begleiten, in dem es seit Menschengedenken in Faha aufgehört hat, zu regnen, ist ein Lesegenuss für Menschen, die stille Töne mögen, vergleichbar vielleicht mit „Offene See“ von Benjamin Meyers, wenn es überhaupt einen Vergleich geben kann. Mich haben schon die ersten Seiten verzaubert, ich habe das Buch in der hektischen Weihnachtszeit gelesen und abends Ruhe darin gefunden. Julia Kortenjann

Bibliographie