Tommie Goerz: Im Schnee

Der alte Schorsch ist gestorben. Max, der ihn schon immer kennt, macht sich auf den Weg zur Nachtwache für seinen Freund. Mit ihm sitzen alle Männer des Dorfes am Totenbett, geben dem Schorsch Dinge mit auf den Weg, die ihm wichtig waren. Und erinnern sich bei Bier und Schnaps an Schorschs Leben und mit ihm geteilte Erlebnisse. Danach sind die Frauen an der Reihe. Sie singen, knacken Nüsse, stricken und erzählen sich etwas. Währenddessen fällt draußen lautlos der Schnee ...

Tommie Goerz ist ein ganz wunderbares Buch gelungen, das von Menschen in einem Dorf erzählt, deren bäuerliches Leben im Rhythmus der Natur es so vermutlich bald nicht mehr geben wird. Es erzählt von Verbundenheit ohne viel Worte, vom Duzen erst nach Jahren des Kennenlernens, aber auch vom Schweigen, wo Worte nötig sind - und von unserem Platz im Himmel. Behutsam, ehrlich und voller Menschlichkeit geht es darum, was uns Menschen eigentlich ausmacht. Eins verspreche ich: Nach der Lektüre dieses Buches weiß man die einfachen Dinge des Lebens wieder zu schätzen, den Genuß eines Apfels, das Bier unter Freunden, das Allein-mit-sich-sein, um zur Ruhe zu kommen.

Julia Kortenjann
 


Bibliographie