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ISBN/EAN: 978-3-947106-11-0
Einband: gebundenes Buch
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Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
138 S.
Format (T/L/B):
1.7 x 20 x 12.8 cm

Hersteller:
Satyr Verlag Volker Surmann
produktsicherheit@satyr-verlag.de
Auerstr. 23-25
DE 10249 Berlin


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18,00 €

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Beschreibung

Georg Schubert führt mit Frau und Kindern ein geordnetes Leben im Vorstadtidyll. Man gibt sich weltoffen und tolerant. Doch plötzlich wird die familiäre Willkommenskultur auf die Probe gestellt. Was macht man, wenn das 'Flüchtlingsproblem' plötzlich im heimischen Wohnzimmer sitzt, noch dazu im innig geliebten Fernsehsessel? Was, wenn sich die Ehefrau erst engagiert und dann afrikanisiert? Und sich dieser Besuch ganz anders verhält, als man erwartet? 'Besuch' ist eine satirische Versuchsanordnung in der kleinbürgerlichen Komfortzone. Nach der Lehrerzimmergroteske 'Drei Klausuren und ein Todesfall' legt Michael Marten eine absurd-komische Parabel vor über Klischees, Vor­urteile und Projektionen.

Über Marten Michael

Michael Marten wurde im vergangenen Jahrtausend in Lünen am Rande des Ruhrgebiets geboren. Ein handelsüblicher Lebenslauf mit Abitur, Zivildienst, Universität. Auf das Studium folgten Flucht ins Ausland (Griechenland) und reumütige Rückkehr. Seitdem wohnhaft in Berlin-Neukölln und an einer Berliner Schule tätig. Sein erster Roman »Drei Klausuren und ein Todesfall« erschien 2012 bei Satyr und 2014 als Aufbau- Taschenbuch. Der Autor steht für Lesungen gerne zur Verfügung.

Leseprobe

Im Wohnzimmer saß ein Afrikaner. Marianne war in der Küche, und ich fragte sie, wer der Kerl sei und was er hier in unserer Wohnung mache. Sie wusste es nicht. Er sei halt auf einmal da gewesen. Am Morgen sei sie zum Wochenmarkt gegangen, Wolfsbarsch kaufen, Schalotten und Knoblauchzehen, wie nahezu jeden Freitag, dann auf eine Tasse Kaffee zu Ariane, die habe Beziehungsprobleme, das wüsste ich doch, da gebe es Gesprächsbedarf, die Beziehung zu Harald sei nicht frei von Spannungen, da Ich seufzte laut und verschränkte die Arme vor der Brust. Als sie heimkam, die Ein­kaufs­taschen abstellte und ins Wohn­zimmer ging, um durchzulüften, da saß er halt schon da. Im Fernsehsessel. Ich fragte sie, warum sie nicht die Haus­verwaltung kontaktiert oder die Polizei an­ge­rufen habe. Wegen Hausfriedensbruchs und so. Aber der sitze doch einfach nur da, ganz friedlich, und tue niemandem was. Wahr­scheinlich werde er sowieso bald verschwinden. Vielleicht wolle er sich einfach nur etwas aus­ruhen. Es sei schließlich ein weiter Weg von Afrika nach Gütersloh-Nord. Außerdem soll­te ich nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich so einen Aufstand machen. Sie zeigte auf die Kartoffeln, die auf dem Tisch lagen, und drückte mir ein Messer in die Hand. Marianne hasst es, Kartoffeln zu schälen, ich mag Oreganokartoffeln.